Google Ads Remarketing: Wie du aus Website-Besuchern zahlende Kunden machst


Du kennst das sicher: 98% aller Online-Shop-Besucher gehen wieder, ohne etwas zu kaufen. Aber anstatt diese potentiellen Kunden einfach ziehen zu lassen, gibt es eine mächtige Strategie, sie zurückzuholen – Google Ads Remarketing. In diesem Artikel zeige ich dir, wie du diese Technik professionell einsetzt und warum sie für E-Commerce-Unternehmen so wertvoll ist.
Der Unterschied zwischen Remarketing und Retargeting: Mehr als nur Wortklauberei
Viele nutzen die Begriffe synonym, aber es gibt einen wichtigen Unterschied, der deine Strategie beeinflusst. Retargeting bedeutet schlicht: Website-Besucher mit späteren Anzeigen wieder erreichen. Das ist die Grundfunktion – aber oft auch ziemlich unspezifisch.
Remarketing hingegen geht deutlich tiefer. Hier analysierst du, welche Seiten deine Besucher wie lange angeschaut haben, wofür sie sich interessiert haben und wo sie im Kaufprozess stehen. Ein Besucher, der fünf Minuten auf deiner Produktseite für Laufschuhe verbracht hat, bekommt andere Anzeigen als jemand, der nur kurz auf der Startseite war.
Diese Personalisierung wird allerdings durch Datenschutzverordnungen und technische Updates wie das Ende von Third-Party-Cookies zunehmend herausfordernder. Umso wichtiger ist es, die verfügbaren Tools maximal auszuschöpfen.
Die verschiedenen Remarketing-Möglichkeiten in Google Ads
Google Ads bietet dir verschiedene Wege, deine ehemaligen Besucher zu erreichen:
1. Display-Remarketing
Das ist der Klassiker – bunte Banner-Anzeigen im Google Display-Netzwerk. Diese Anzeigen erscheinen auf Millionen von Websites und Apps, während deine ehemaligen Besucher im Internet surfen.
2. Suchnetzwerk-Remarketing (RLSA)
Hier werden deine ehemaligen Besucher mit Textanzeigen angesprochen, wenn sie bei Google suchen. Der Vorteil: Du kannst für diese Nutzer höhere Gebote abgeben oder auf breitere Keywords bieten, da sie dich bereits kennen.
3. Dynamisches Remarketing
Das ist besonders für Online-Shops interessant: Die Anzeigen zeigen automatisch genau die Produkte, die sich der Nutzer angeschaut hat. Hier kommt dein Produktfeed ins Spiel – ein perfekt optimierter Feed ist Gold wert.
4. Video-Remarketing
Für Unternehmen, die YouTube-Marketing betreiben, können ehemalige Video-Zuschauer mit neuen Videoanzeigen angesprochen werden.
5. App-Remarketing
Falls du eine App hast, lassen sich auch deren Nutzer gezielt ansprechen.
Warum Remarketing so effektiv ist: Die Zahlen sprechen für sich
Die Statistiken sind beeindruckend: Website-Besucher konvertieren mit 43% höherer Wahrscheinlichkeit, wenn sie durch Remarketing erneut angesprochen werden. Die Click-Through-Rate von Remarketing-Anzeigen liegt etwa zehnmal höher als bei normalen Display-Anzeigen.
Das liegt daran, dass diese Nutzer bereits Interesse gezeigt haben. Sie kennen deine Marke, haben sich vielleicht sogar intensiv mit deinen Produkten beschäftigt. Jetzt geht es nur noch darum, sie im richtigen Moment mit dem richtigen Angebot zu erreichen.
Gerade für E-Commerce-Unternehmen mit hohen Warenkorbwerten ist das entscheidend. Ein gut durchdachtes Remarketing kann den Unterschied zwischen roter und schwarzer Null ausmachen.
Google Ads Remarketing einrichten: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung
Die Einrichtung ist gar nicht so kompliziert, wie viele denken. Hier die wichtigsten Schritte:
1. Das Remarketing-Tag implementieren
Zuerst brauchst du den Google Ads-Tag auf deiner Website. Gehe in dein Google Ads-Konto zu "Tools & Einstellungen" → "Zielgruppenverwaltung" → "Ihre Datenquellen". Dort wählst du "Google Ads-Tag" und folgst der Anleitung.
Der Tag muss auf allen relevanten Seiten eingebaut werden – am besten über den Google Tag Manager. Das macht die Verwaltung später deutlich einfacher.
2. Zielgruppensegmente erstellen
Jetzt definierst du, welche Besucher du ansprechen möchtest. Ein simples "Alle Website-Besucher" ist oft zu unspezifisch. Besser sind gezielte Listen wie:
- Besucher bestimmter Produktkategorien
- Warenkorbabbrecher
- Besucher der Preisseite (oft kaufinteressierter)
- Nutzer, die lange Verweildauer hatten
Wichtig: Du brauchst mindestens 100 aktive Nutzer in den letzten 30 Tagen für Display-Kampagnen oder 1.000 für Suchnetzwerk-Kampagnen, bevor Google die Anzeigen ausspielt.
3. Die Remarketing-Kampagne aufsetzen
Bei der Kampagnenerstellung wählst du "Display" als Kampagnentyp. Unter "Zielgruppen" findest du dann deine erstellten Remarketing-Listen unter "Bisherige Interaktionen mit Ihrem Unternehmen".
Bei der Gebotstrategie empfehle ich für den Start "Conversions automatisch maximieren" mit einem Ziel-CPA, falls du bereits Conversion-Daten hast.
Profi-Tipps für erfolgreiches Remarketing
Hier sind einige Strategien, die den Unterschied zwischen mittelmäßigen und herausragenden Ergebnissen ausmachen:
Frequency Capping nutzen
Niemand möchte von deinen Anzeigen verfolgt werden. Stelle eine Obergrenze ein, wie oft dieselbe Person deine Anzeigen pro Tag oder Woche sieht.
Sequenzielle Remarketing-Kampagnen
Zeige verschiedene Botschaften je nach Stadium im Kaufprozess. Erst Vertrauen aufbauen, dann Produktvorteile zeigen, schließlich zum Kauf motivieren.
Negative Zielgruppen verwenden
Schließe bereits konvertierte Kunden aus deinen Akquisitions-Kampagnen aus. Die können dann mit Cross-Selling-Angeboten angesprochen werden.
Mobile-First denken
Viele Remarketing-Interaktionen finden mobil statt. Achte darauf, dass deine Anzeigen und Landing Pages mobile-optimiert sind.
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
Aus der Praxis sehe ich immer wieder die gleichen Stolperfallen:
Zu große Zielgruppen: "Alle Website-Besucher" ist meist zu unspezifisch. Segmentiere lieber nach Interesse oder Verhalten.
Falsche Zeitfenster: Für Impuls-Käufe solltest du schnell reagieren (1-7 Tage), für teurere Produkte kannst du länger warten (30-90 Tage).
Einheitsbrei bei den Anzeigen: Personalisierung ist der Schlüssel. Ein Warenkorbabbrecher braucht andere Anreize als ein Erstbesucher.
Mangelndes Conversion-Tracking: Ohne saubere Erfolgsmessung tappst du im Dunkeln. Richte unbedingt Enhanced Conversions ein.
Die Zukunft des Remarketings: Was sich ändert
Die Remarketing-Landschaft wandelt sich dramatisch. Das Ende der Third-Party-Cookies, iOS Updates und verschärfte Datenschutzgesetze stellen neue Herausforderungen dar.
Gleichzeitig entstehen neue Möglichkeiten: Google's Privacy Sandbox, Customer Match mit gehashten E-Mail-Adressen und die verstärkte Nutzung von First-Party-Daten werden wichtiger.
Wer jetzt schon seine First-Party-Datensammlung optimiert und Customer-Match-Listen aufbaut, ist für die Zukunft gerüstet.
Remarketing als Teil der Gesamt-Strategie
Remarketing funktioniert am besten als Teil einer durchdachten Google Ads-Strategie. Die Kombination mit Search-, Shopping- und Performance-Max-Kampagnen verstärkt die Wirkung erheblich.
Als Google Ads Agentur sehen wir täglich, wie gut orchestriertes Remarketing die Gesamtperformance von Google Ads-Konten verbessert. Die Kunst liegt darin, alle Touchpoints entlang der Customer Journey zu optimieren und dabei die verfügbaren Daten maximal zu nutzen.
Für E-Commerce-Unternehmen, die über 100 Millionen Euro Umsatz via Google Ads generieren wollen, ist professionelles Remarketing keine Option – es ist ein Muss. Die Zeiten, in der man einfach Anzeigen schaltet und hofft, sind vorbei. Heute braucht es spezialisiertes Know-how, fortgeschrittene Tracking-Setups und die richtigen Tools.
Falls du dein Remarketing auf das nächste Level bringen möchtest, solltest du dir überlegen, ob du das intern stemmen kannst oder ob ein spezialisierter Partner wie ondevi die bessere Lösung ist. Mit über 60 E-Commerce-Projekten und einem Full-Stack-Development-Team haben wir die nötigen Ressourcen und das Fachwissen, um aus deinen Website-Besuchern zahlende Kunden zu machen.
Lass uns gemeinsam herausfinden, wie viel Potenzial noch in deinen Kampagnen steckt: Sichere dir jetzt deine kostenfreie Google Ads Account-Analyse und wir zeigen dir konkrete Hebel für mehr Umsatz."

Jakob Doll hat 8 Jahre Google Ads Erfahrung ist Mitgründer der Google Ads Agentur “ondevi Gmbh”. Zuvor sammelte er bei einem E-Commerce-Brand-Builder tiefgreifende Erfahrung beim Launch und Aufbau von E-Commerce Brands in Deutschland. Heute ist er mit ondevi auf Google Ads für E-Commerce spezialisiert und hilft mehr als 50 Unternehmen durch Google Ads proftiabel zu wachsen. Jakob berät etablierte Marken und große E-Commerce-Placer bei der strategischen Ausrichtung von Google Ads als einen der relevantesten digitalen Umsatzkanäle der Unternehmen. Sein Wissen teilt er zusätzlich als Speaker auf Konferenzen wie bei der K5.

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